Thai Bodywork

Thaimassage


Die traditionelle Thai-Medizin verbindet buddhistische Weisheit mit jahrhundertealter Thai-Kultur.  Das medizinische Wissen erlangten die Thai vor allem durch die Beobachtung der Natur. Viele Jahrhunderte lang wurde dieses Wissen nur in den buddhistischen Tempeln weitergegeben. Mit der Zeit verbreitete sich das Wissen auch in den Gemeinschaften und lokalen Communities außerhalb davon. In dieser Ausprägung ist es bis heute erhalten, und hat seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Krankenhäuser in ganz Thailand betreiben hochentwickelte Massagekliniken, in denen die Thai-Massage als bewährter Teil des öffentlichen Gesundheitswesens praktiziert wird. Außerdem zählt sie zu den präventiven Methoden zur Gesundheitsförderung. Aufgrund ihrer heilenden und entspannenden Wirkung ist die Thai-Massage inzwischen auf der ganzen Welt populär.

Grundlegende Werte und Annahmen

Das Fundament der Thai-Massage bildet die Annahme, ähnlich wie in der chinesischen Medizin und der ayurvedischen Tradition, den Menschen als Ganzes zu betrachten. Die kognitiven und die emotionalen Strukturen sind Teil unseres Körpers. Das Gehirn ist eins der Organe, nicht mehr und nicht weniger wichtig als der Darm, die Lunge und das Herz. Unsere Psyche lässt sich jedoch nicht einzig allein auf das Hirn zurückführen. „Wir“ sind unser ganzer Körper. Unsere Erinnerungen, Erfahrungen, Emotionen, Erlebnisse werden nicht nur in unserem Kopf gespeichert, sondern schreiben sich in den ganzen Körper ein. Durch Arbeit mit dem Körper können wir deshalb den Zustand seiner einzelnen Teile, seiner Systeme und Organe, aber auch unsere Emotionen und unseren geistigen Zustand beeinflussen. Die bewusste Berührung ist für das Wohlbefinden und die richtige Entwicklung des Menschen in jeder Lebensphase von entscheidender Bedeutung.

 

Sensib Therapy

Thai-Massage basiert hauptsächlich auf zwei theoretischen Systemen. Das erste ist die Theorie der vier Lebenselemente: Erde, Wasser, Feuer und Wind. Dies ist die Hauptgrundlage der natürlichen Thai-Medizin, und die Thai-Massage ist einer ihrer Zweige.

Die zweite zentrale Theorie der Thai-Massage ist die Theorie der Sensib-Linien. Nach dieser Theorie wird während der Behandlung jeder durch die Masseur_in ausgeübte Druck entlang bestimmter Sensib-Kanäle ausgeübt. Durch diese Kanäle fließt Lebensenergie, also „Prana“ (auf Thai: „Lom Pran“ – „Lebenswind“). In der Tradition der Thai-Medizin stellen Blockaden dieses Energieflusses die Hauptursache für Schmerzen und Krankheiten dar. Die Sensib-Linien sind die wesentlichen energetischen Kanäle im Körper und sollten regelmäßig gepflegt werden, um Blockaden und Staus zu verhindern. Eine richtig eingesetzte Thai-Massage hilft die Blockaden zu lösen und damit das Gleichgewicht im Körper und im Geist wiederherzustellen. In der Thai-Medizin gibt es zehn Sensib-Hauptkanäle. „Sen“ bedeutet den Pfad oder die Linie, „Sib“ bedeutet zehn. Alle zehn Sens haben ihren Ursprung an der etwa 5 Zentimeter unterhalb der Bauchdecke liegenden Stelle in der Nabelgegend.

Aufgrund der Vorstellung von Energiekanälen und des Kreislaufes der Lebensenergie wird die thailändische Massage häufig mit der chinesischen Massage verglichen. Die Philosophie beider Praktiken ist in der Theorie der Lebenselemente verwurzelt, beide Karten der Energieflusslinien, also der thailändischen Sensibs und der chinesischen Meridiane, haben viel miteinander gemein. Ein entscheidender Unterschied besteht allerdings darin, dass bei der thailändischen Massage die Aufmerksamkeit auf dem Energiefluss durch die Senkanäle konzentriert wird, wobei die Heilwirkung darin besteht, diese Wege durchlässiger zu machen. Bei der chinesischen Massage geht es wiederum um die Erweckung der Lebensenergie in den einzelnen Organen, indem die heilende Wirkung durch die entsprechenden Kanäle direkt in die Organe gelenkt wird.

Thai
Massage

Die grundlegende Technik der Thai-Massage besteht darin, entlang der Massagelinien in einem fließenden, ruhigen Rhythmus mithilfe der Daumen, der Handinnenflächen, der Finger, der Ellbogen, Unterarme und Füße Druck an bestimmten Stellen des Körpers auszuüben. Der Druck wird direkt auf die Muskeln wie auch auf das Muskelinnere ausgeübt, wo sich Blut- und Lymphgefäße, Lymphknoten und Nervenstränge befinden. Der viele Menschen alltäglich begleitende Stress verursacht Spannungen, die zu mangelhafter Durchblutung in bestimmten Körperbereichen führen. Dies führt wiederum zur Produktion von Stoffwechselabfällen – sogenannten Giftstoffen, die Schmerzen an den verspannten Körperstellen verursachen können. Auf Schmerzen reagieren Muskeln mit noch stärkerer Verspannung. So entsteht ein sich verstärkender Zirkel. Durch Druck- und Entlastungstechniken werden diese Stellen von angesammelten Giftstoffen gereinigt. So können sich die Muskeln entspannen und die Schmerzen vergehen. 

Außer Sequenzen, bei denen die Drucktechnik verwendet wird, bietet die Thai-Massage auch ein vielfältiges Spektrum dynamischer Techniken, wie zum Beispiel Bewegungen durch Schaukeln von Gliedmaßen, Bewegen der Gelenke und durch Dehnung. Die Reflexzonenmassage der Füße gehört  ebenfalls zur Thai-Massage. Diese Techniken ermöglichen auch das Weichteilgewebe und bei Bedarf die inneren Organe zu massieren.

Laut der Theorie der Sen-Linien sollte die Lösung von Blockaden an der Kopfspitze beginnen und dann bis in die unteren Körperpartien bearbeitet werden. Deshalb beginnt eine Massagebehandlung meist am Kopf. Auch wenn die Massage am ganzen Körper ausgeübt wird, liegt der Fokus auf den Partien, in denen der Kunde/die Kundin Schmerzen oder Verspannungen hat. Das Ziel besteht darin die konkreten gesundheitlichen Probleme der Kundinnen/der Kunden langfristig zu lösen.

Das Ergebnis von Thaimassage

 

  • Skelett

Verbesserung der Beweglichkeit der Knochen, Gelenke, Bänder und Bindegewebe. Stärkung des Kreislaufs und der Gelenke

 
  • Muskeln und Bindegewebe

Entgiftung der Muskelmasse, Entspannung der Bänder und Verbesserung ihrer Elastizität, Förderung der Beweglichkeit und Mobilität der Gelenke

 
  • Kreislaufsystem

Verbesserung der Durchblutung, Verlangsamung des Pulsschlags, Erwärmung der massierten Bereiche, Verbesserung des lymphatischen Kreislaufs

  • Nervensystem

Stimulation und Stärkung des Nervensystems, Schmerzlinderung, Stärkung der inneren Organe: des Magens, des Darms etc.

  • Verdauungssystem

Verbesserung der Elastizität des Verdauungssystems, Stimulation des Magens, Vorbeugung von Verdauungsstörungen, Förderung einer gesunden Verdauung

  • Atemsystem

Vertiefung des Atems, Förderung der Entspannung und Entkrampfung

  • Haut

Anregung des Kreislaufs bis an die Hautoberfläche, Verbesserung des Hautbilds

  • Mentaler und emotionaler Zustand

Das Gehirn ist nicht das einzige Organ, in dem unsere Erinnerungen und Emotionen gespeichert werden. Emotionale Erfahrungen schreiben sich auch in viele andere Körperteile ein, in die die Informationen über Peptide gelangen. Die Peptidrezeptoren befinden sich in den Organen, in exokrinen Drüsen, in der Haut, den Muskeln und im Gewebe. Dank der Tatsache, dass eine Massage diese Körperteile stimuliert, kann sie zur Verbesserung des Bewusstseins über die eigene geistig-emotionale Verfassung beitragen und helfen, auf dieser Ebene ins Gleichgewicht zu kommen.

Die ganzheitliche Wirkung einer Massage bedeutet Entspannung und Gleichgewicht bei gleichzeitiger Stärkung der eigenen Vitalität, Energie und einem Gefühl der Erfrischung.